Das Henne-Ei-Problem
Eine neue Produktmarke steckt am Anfang immer in derselben Falle: Um Investoren, Handelspartner oder erste Kundinnen zu überzeugen, braucht sie Bilder. Um Bilder zu bekommen, braucht sie ein Produkt. Um ein Produkt zu bekommen, braucht sie Geld – von genau den Leuten, die erst die Bilder sehen wollen.
An dieser Stelle sterben mehr gute Ideen als an schlechter Gestaltung.
Was sich geändert hat
Produktbilder lassen sich heute erzeugen, bevor das Produkt existiert. Nicht als grober Platzhalter, sondern in einer Qualität, die neben echter Produktfotografie besteht.
Bei Vyane haben wir genau das gemacht: dunkles Glas, warmes Seitenlicht, gedeckte Goldtöne – ein Flacon, den es physisch noch nicht gibt, aber der so aussieht, wie er aussehen soll.
Wo die Arbeit wirklich liegt
Der verbreitete Irrtum: Man tippt eine Beschreibung ein und bekommt ein Bild. So entstehen genau die austauschbaren Motive, die man sofort erkennt.
Die eigentliche Arbeit liegt woanders:
- Die Marke muss zuerst stehen. Ohne Positionierung, Tonalität und Farbwelt gibt es kein Ziel, auf das man zusteuern könnte.
- Materialität ist eine Entscheidung. Rauchglas oder Klarglas, Gold oder Chrom, matt oder poliert – das sind Markenentscheidungen, keine Bildeffekte.
- Konsistenz schlägt Einzelbild. Ein schönes Bild ist Zufall. Eine Bildwelt, die über zwanzig Motive trägt, ist Handwerk.
Der ehrliche Teil
Diese Bilder ersetzen kein reales Produkt. Sie ersetzen den Beweis, den man am Anfang nicht erbringen kann. Sobald das Produkt existiert, wird fotografiert – und die Bilder von vorher werden zur Vorlage, an der man sich messen lässt.
Die Reihenfolge dreht sich um: erst die Marke beweisen, dann das Produkt bauen.