Die übliche Antwort
Fast jeder Marktplatz macht es gleich: eine feste Provision, meist zwischen 5 und 15 Prozent. Das ist einfach zu berechnen, einfach zu kommunizieren und einfach zu verteidigen – solange niemand fragt, warum ausgerechnet dieser Prozentsatz.
Das Problem: Eine fixe Gebühr trifft alle gleich hart, aber nicht alle gleich gerecht. Wer eine Kommode für 180 Franken verkauft, spürt zehn Prozent deutlich. Wer ein Auto verkauft, kaum.
Der andere Weg
Bei Beedaro bestimmt die verkaufende Person den Plattformbeitrag mit – ab einem Minimum von drei Prozent, nach oben offen. Ein Teil davon fliesst in Bienen- und Naturschutzprojekte.
Der erste Einwand kommt sofort: Dann zahlen doch alle das Minimum.
Warum das nicht passiert
Drei Beobachtungen aus der Konzeptarbeit:
- Sichtbarkeit schafft Norm. Wenn ein Beitrag nicht versteckt, sondern als bewusste Entscheidung gezeigt wird, orientieren sich Menschen an dem, was üblich ist – nicht am Minimum.
- Der Zweck ist konkret. „Plattformgebühr" motiviert niemanden. „Ein Teil geht an Bienenschutz" schon. Der Unterschied ist nicht Kosmetik, sondern der ganze Mechanismus.
- Wer weniger zahlt, zahlt trotzdem. Das Minimum ist so gesetzt, dass die Plattform auch dann trägt. Freiwilligkeit funktioniert nur mit einem Boden.
Was das kostet
Ehrlich: Es kostet Sicherheit. Eine fixe Provision lässt sich exakt vorhersagen, ein variabler Beitrag nicht. Wer so ein Modell baut, tauscht Planbarkeit gegen Vertrauen.
Fairness ist kein Marketingversprechen. Sie ist eine Zahl, die man auch dann einhält, wenn niemand hinschaut.
Die Entscheidung fällt nicht im Design, sondern im Geschäftsmodell. Genau deshalb gehört sie an den Anfang eines Projekts – und nicht in die letzte Runde vor dem Launch.